Kleine Formen in Literatur, Medien und Kunsten erweisen sich in Zeiten medialer, historischer und soziokultureller Umbruche als besonders popular. Aus literaturwissenschaftlicher Perspektive lassen sich Kleine Formen nicht mehr nur auf kanonisierte Gattungen wie Aphorismen, Anekdoten, Embleme, Fabeln beziehen. Vielmehr nehmen sie Formate an, die uber feste Gattungsgrenzen hinausgehen und diese auf mediale Diskurse hin offnen: ob als literarische Bilder , Steno- und Mikrogramme oder Feuilletons mit kulturkritischem Zuschnitt. Wo sich kunstlerische Prozesse der Umcodierung abspielen, wie z. B. in installativen Kunstwerken oder inszenierten Schaukontexten, mussen unterschiedliche Praktiken neu ausgehandelt werden. Kleine Formen verdeutlichen im Kontext von Gegenwarts- und Globalkunst das Potenzial von Entgrenzung und Transformation und tragen zur Erweiterung von Handlungskompetenzen bei.