Insbesondere der deutsche Expressionismus ist in seiner internationalen Rezeption untrennbar mit dem Medium Film verbunden. Das damals neue Massenmedium fuhrte - ahnlich wie die Fotografie in Bezug auf die Malerei - zu einer medialen Konkurrenzsituation mit den alteren Kunstformen Theater und Literatur. Mit ihrer schnellen Abfolge von Bildern nimmt die von Fluchtigkeit, Bewegung und Dynamik lebende Technik Realitatserfahrungen besonders aus den Grostadten auf und fangt Stimmungsbilder der deutschen Gesellschaft zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik ein. Insofern scheint das Medium Film grundlegend auch mit der expressionistischen Idee verbunden. Der Band geht diesen Verflechtungen nach und widmet sich dem Film und seinen Wirkungen im Kontext expressionistischer Asthetik. Dabei kommen Neusichtungen und Neukontextualisierungen bekannter expressionistischer Filme wie Metropolis , Das Cabinet des Dr. Caligari oder Nosferatu genauso zur Sprache wie die zeitgenossische Filmarchitektur. Die Beitrage beleuchten die Wechselwirkungen mit Literatur, Bildender Kunst und (Innen-)Architektur diese werden vom Film beeinflusst und finden uber literarische Vorlagen und Szenarien, Bildgestaltung sowie Requisiten und Kulissen auch in ihn Eingang. So eroffnet sich auch die Moglichkeit, dem Einfluss des expressionistischen Kinos in den folgenden Jahrzehnten nachzuspuren, vom Italo-Horror bis zum dystopischen Science-Fiction-Film. Mit Beitragen von Leon Adolphs, Alyssa Bryl, Silvia Donzelli, Lena Hortian, Aaron Kleineichholzer, Fabian Lutz und Christoph Seelinger.