Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich BWL - Investition und Finanzierung, Note: 1,1, Hochschule Reutlingen (ESB Business School), Veranstaltung: Applied Research in Finance, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit hat zum Ziel, der Frage, ob die von Kahneman und Tversky veroffentlichte Theorie der Loss Aversion zur Erklarung des Puzzles beitragen kann, nachzugehen. Seit uber 35 Jahren versuchen Menschen vergeblich, sich den hohen Unterschied zwischen den Renditen risikobehafteter und risikoloser Anlagen zu erklaren. Mehra und Prescott zeigen in ihrem Werk The Equity Premium: A Puzzle auf, dass Menschen in ihrem Anlegerverhalten eine unerklarlich starke Abneigung gegenuber Risiko aufzeigen. Da man zum heutigen Tag noch keine allgemein anerkannte Losung dieses Problems gefunden hat, hat es seit seiner Veroffentlichung nicht an Relevanz verloren und stellt die Wissenschaft noch heute vor die gleichen Fragen wie damals, deren Beantwortung besonders fur Investoren von gro em Interesse ist. Benartzi und Thaler starten im Jahr 1995 den ersten Versuch, das Ratsel mithilfe der Myopic Loss Aversion zu erklaren. Dieser Begriff setzt sich zusammen aus der Myopia, also der Kurzsichtigkeit bzw. dem kurzen Zeithorizont der Anleger und der Loss Aversion, einer Theorie, die Kernbestandteil der von Kahneman und Tversky 1979 veroffentlichten Prospect Theory ist. Gema dieser Theorie wiegen Menschen Verluste schwerer als entsprechende Gewinne, die Theorie erweitert also den von Neumann-Morgenstern-Erwartungsnutzen um eine Unterscheidung zwischen Gewinn und Verlust, ausgehend vom aktuellen Referenzpunkt. Dieser Erklarungsansatz wird auf den folgenden Seiten kritisch beleuchtet. Die ersten beiden Teile erklaren das Phanomen des Aktienpramienratsels und die Theorie der Loss Aversion genauer und zeigen empirische Belege fur deren Relevanz. Im letzten Teil wird zunachst der theoretische Ansatz hinter der Myopic Loss Aversion erlautert, woraufhin dieser Erklarungsversuch kritisch aus heutiger Sicht bewertet wird. Zuletzt wird auf weitere Forschung zum Einfluss der Myopic Loss Aversion eingegangen, bevor ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben werden.