Die levinassche Erschlieung von Gerechtigkeit als dem Auersten zu Denkenden fordert eine Reflexion daruber heraus, wie Gerechtigkeit jeweils wieder in der konkreten Begegnung mit den Anderen verwirklicht wird.Wie ist die erhoffte Gerechtigkeit des Einen mit dem konkret werdenden Ethischen durch die Handlung des Anderen zum Zeitpunkt des Geschehens verstrickt? Diese Verstrickung wird als eine Komplikation verstanden, welche die beruhigte Einsamkeit des modernen Subjekts stort. Dieses storende Ereignis der Verantwortung lasst sich nicht als Ergebnis eines Kalkuls zwischen Verbotenem und Erlaubtem begreifen. Denn die wirkliche Gerechtigkeit geschieht nur in der konkreten geschichtlichen Handlung, die die theoretischen Widerspruche, die sich in einem zeitlos-idealistischen Denken zu geben scheinen, ubersteigt.