Der Holocaust markiert die dunkelste Zasur europaischer Geschichte - doch judisches Leben in Europa war weit mehr als Verfolgung und Vernichtung. Dieses Buch beleuchtet die lange Geschichte judischer Gemeinschaften, die uber Jahrhunderte europaische Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft mitpragten, bevor die systematische Ermordung von sechs Millionen Menschen diese Welt ausloschte. Auf Basis von Archivdokumenten, Zeugenaussagen, Gemeindechroniken und Erinnerungsberichten wird deutlich: Die Shoah war keine historische Unvermeidbarkeit, sondern das Ergebnis institutioneller Planung, gesellschaftlicher Gleichgultigkeit und burokratischer Prazision. Das Buch verfolgt, wie aus Nachbarn Opfer wurden, wie Verwaltungen zu Mordmaschinen transformierten und wie Uberlebende mit der Last des Erinnerns leben mussten. Zugleich zeigt es die Kontinuitat judischen Lebens vor und nach der Katastrophe - als Geschichte von Resilienz, Gemeinschaft und dem Ringen um Wurde in einer Welt, die Menschlichkeit preisgab. Eine fundierte, respektvolle Auseinandersetzung mit einer Geschichte, die nicht auf Vernichtung reduziert werden darf.