Jazz in der DDR war vielfaltig, subversiv und oft nonkonform. Besonders in Jazzklubs, die uberall im Land verstarkt ab den 1970er Jahren ins Leben gerufen worden, manifestierten sich bestandige Reibungspunkte zwischen Staat und jungen Jazzbegeisterten, die eigensinnig ihre Musik horen, auffuhren und veranstalten wollten. Jazz galt fur seine Anhangerinnen und Anhanger dabei als eine Art Lebensentwurf neben statt gegen den SED-Staat.Anhand einer breiten Regionalstudie der Jazzszenen im damaligen Thuringer Raum untersucht das Buch mittels Zugangen aus Biografieforschung, Kulturtransfer und Alltagsgeschichte soziale Kontexte, musikalische Aneignungsformen sowie kulturbehordliche Kontrollstrukturen und das vielfaltige Vorgehen der Staatssicherheit gegen Jazzmusik und Akteure zur Zeit der DDR.