Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: 1,7, Eberhard-Karls-Universitat Tubingen, Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit soll die Person Jan Pieterszoon Coen und sein geschichtliches Wirken naher beleuchtet werden. Dabei werden die folgenden Leitfragen gestellt: Wer war Jan Pieterszoon Coen? Wie gelangte er schon zu Lebzeiten, jedenfalls in seiner Heimat und zumindest in Teilen Asiens, zu seiner auerordentlichen Bekanntheit? Wie ging er vor, um seine ambitionierten Ziele zu erreichen? Und wie wird er heutzutage rezipiert? Von Nationalisten und Konservativen verehrt und zum Helden stilisiert, von Linksaktivisten und in der anglo-indonesischen Tradition verhasst und verabscheut: Jan Pieterszoon Coen (1587-1629) polarisiert wie kaum eine andere Gestalt in der niederlandischen Geschichte und spaltete und spaltet bis heute die Gemuter in seiner niederlandischen Heimat. Coen, bisher auf dem Parkett internationaler Historie verhaltnisma ig unbeachtet, stie im Jahre 2011 infolge eines Unfalls unfreiwillig eine neu aufbrandende Diskussion uber die (niederlandische) Kolonialzeit an. Dem im niederlandischen Hoorn geborenen Coen wurde im Jahre 1893 in seiner Heimatstadt mit einer Statue, die ihn selbst zeigt, ein Denkmal gesetzt. Als diese Statue 2011 versehentlich beschadigt worden war und zudem 2013 das 150-jahrige Jubilaum zur Abschaffung der niederlandischen Sklaverei gefeiert wurde, entflammten neue Diskussionen um die Verherrlichung nicht nur Jan Pieterszoon Coens. Ein allgemein sensiblerer Umgang mit und eine differenziertere Aufarbeitung der Kolonialzeit standen und stehen auf der Agenda vieler Aktivisten.