Studienarbeit aus dem Jahr 2023 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Universitat Trier, Veranstaltung: Weimarer Klassik, Sprache: Deutsch, Abstract: Bereits auf der ersten Seite von Johann Wolfgang von Goethes Drama "e;Iphigenie auf Tauris"e; pointiert die Protagonistin Iphigenie, dass sie sich in einer dem Mann ausgelieferten Position befindet und spricht dabei gleichzeitig fur die Gesamtheit der weiblichen Gesellschaft. Ihr Ausspruch reprasentiert die grundsatzlich unterlegene Stellung der Frau in einer von Gewalt beherrschten Welt unter der Fuhrung von Mannern. Bereits ein normales Frauenleben empfindet Iphigenie laut ihrer Aussage beklagenswert . Ihr personliches Schicksal und das damit verbundene Exil steigern ihre ungluckliche Situation als Frau aber noch zusatzlich. Iphigenies Ausgangssituation als Menschenopfer vom Land und vom eigenen Vater versto en drangt sie in eine der Tradition und Gottheit ausgelieferte Opferrolle. Dieser Rolle nimmt sie sich als Priesterin in den Diensten der Gottin Diana auch an. Im Verlauf des Dramas setzt sie sich aber mit ihrem vorbestimmten Schicksal auseinander und vollzieht dadurch eine Entwicklung, die schlie lich als Sieg der Humanitat bezeichnet werden kann. Sie setzt sich sowohl gegen innere als auch au ere Hindernisse durch. Mit einer emanzipatorischen Kraft offenbart Iphigenie ihre Gefuhle und Gedanken und wird so zu einer Vorkampferin des Menschlichen . Ziel dieser Arbeit ist somit, zu uberprufen, inwiefern Iphigenie tatsachlich als emanzipierte Figur betrachtet werden kann. Die Arbeit steigt zunachst mit einem Uberblick der Epoche Weimarer Klassik ein. Dieser beinhaltet die Darstellung des vorherrschenden Menschenbilds sowie der dominanten Vorstellung von den Geschlechterrollen. Dabei wird Bezug genommen auf literarische Einflusse und historische Bezuge. In diesem Zusammenhang geht die Arbeit auch darauf ein, wie diese im Werk umgesetzt sind.