Die Begegnung mit dem Islam ist in den letzten Jahren in Deutschland zu einem Phanomen geworden, das in der offentlichen Diskussion eine bedeutende Rolle spielt und das auch in der Literatur zunehmend bedeutsamer wird. Fur das christlich-muslimische Gesprach und das Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland konnen durch die Untersuchung von Neuformatierungen muslimischen Denkens in der gegenwartigen Literatur neue Impulse entwickelt werden. Aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive stellt sich die Frage, wie insbesondere nach dem 11. September 2001 Diskurse des Fremden und des Eigenen konstruiert werden, in denen der Islam einerseits als Bedrohung und Herausforderung begriffen wird, in dem andererseits aber die deutsche Gesellschaft ihr eigenes Verhaltnis zu Religion, Sakularisierung und Modernisierung neu reflektiert.