Uber das Heilige wird schon lange und in vielen Disziplinen nachgedacht - der vorliegende Band stellt eine neue Bestimmung zur Diskussion. Darin wird das Heilige als Phanomen gefasst, in dem stets zwei komplementare Handlungen zusammenkommen: eine des Ausschlieens (durch die Zuschreibung etwa von Unverfugbarkeit, Unverhandelbarkeit oder Unubertretbarkeit) und eine der Ingebrauchnahme (durch Widmung oder Heiligung). Ob diese Bestimmung hinreichend konkret ist, um die vielen Erscheinungsformen des Heiligen analytisch aufzuschlieen, wird hier aus Sicht von Soziologie und Philosophie, judischer und islamischer Theologie, Geschichte, Literaturwissenschaft und Kunsthistorie ebenso kritisch diskutiert wie der Geltungsbereich der Bestimmung. Denn sie beansprucht, das Heilige sowohl in religios-transzendenten Zusammenhangen dingfest machen zu konnen, als auch in sakularen; sowohl in seinen heutigen, als auch in seinen historischen Erscheinungsformen.