Gustave Courbets Selbstportrats sind einzigartig: Groformatig angelegt und appellativ komponiert, dabei vielfach irritierend genrehaft und szenenartig-situativ, ziehen sie den Betrachter in ihren Bann. Das selbstdarstellerische Schaffen Gustave Courbets (1819-1877) wurde bislang wenig untersucht. In detaillierten Werkanalysen fragt nun Stephanie Marchal nach der Motivation und Funktion dieser ungewohnlichen Selbstbildnisse. Sie untersucht die Modernitat und Zeittypik der nahezu 50 Selbstdarstellungen und verortet sie im Oeuvre des Malers. In die Betrachtung einbezogen werden neben den gezeichneten und gemalten erstmals auch die photographischen (Selbst-)Inszenierungen Courbets, seine selbstreferentiellen Gestaltideen der spaten 1850er bis 1870er Jahre sowie die das lancierte Selbstbild reflektierenden Portratkarikaturen.