Der Band mochte nachweisen, dass es einen inhaltlichen Zusammenhang von Prolog und Haupttext in Gottfrieds Tristan gibt. Die Autorin macht dies insbesondere an Wortpaaren des Prologs fest, die im Haupttext wiederkehren. Mit Hilfe der Ergebnisse der Wortuntersuchungen gelingt es, den Prolog auf eine neue Art zu lesen - namlich mit den Wortbedeutungen, die der Haupttext des mittelalterlichen Romans intendiert. Diese Lekture geht weit uber die bisher im Zentrum stehende rhetorische Bedeutung des Textstucks hinaus. Ein Ausblick auf Gottfrieds Fortsetzer, Hartmanns von Aue Gregorius und Iwein sowie Wolframs von Eschenbach Parzival belegt, dass es sich bei diesen Beobachtungen in Gottfrieds Text um ein bewusst gestaltetes Konzept handeln muss, das sich nur auf wenige Vorbilder stutzen kann.