Mittelhochdeutsche Heldenepik erzahlt haufig und ausfuhrlich von korperlicher Gewalt in Form von Schlachten und Zweikampfen. Diese offensichtliche Faszination fur das Erzahlen von Gewalt, so schlagt dieses Buch vor, liegt in der Fahigkeit des Erzahlgegenstandes Gewalt in der Rezeptionssituation uber spezifische Formen der Inklusion der Rezipienten einen virtuellen Raum zu schaffen. In diesem konnen sich Elemente der Lebenswelt der Rezipienten, Erzahlsituation und histoire uberlagern, sodass Rezipienten ein prasentes Miterleben des Erzahlten moglich ist. Dieses Modell des prasenten Miterlebens von erzahlter korperlicher Gewalt im virtuellen Rezeptionsraum dient zur rezeptionsasthetischen Analyse ausgewahlter Szenen aus dem Nibelungenlied, der Rabenschlacht und dem Laurin. .