Der rapide Urbanisierungsprozess in Indien fuhrt zu einer starken Uberpragung der physischen und sozialen Umwelt mit weitreichenden Implikationen fur die Gesundheit der urbanen Bevolkerung. Die Krankheitslast variiert dabei in Abhangigkeit vom soziookonomischen Status. Diese intraurbanen Disparitaten sind bisher in Indien aufgrund des lange bestehenden Fokus auf Stadt-Land-Diskrepanzen sowie einer mangelnden Datenverfugbarkeit kaum untersucht. In der vorliegenden Studie wird am Beispiel der entstehenden Megastadt Pune in einem Mixed-Methods-Ansatz die Exposition verschiedener soziookonomischer Gruppen zu gesundheitlichen Risiko- und Schutzfaktoren sowie deren Krankheitslast anhand ausgewahlter Indikatorerkrankungen analysiert. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass gesundheitliche Disparitaten sich nicht nur in einer ungleichen Krankheitslast zeigen, sondern dass auch im Krankheitsverlauf Unterschiede in Bezug auf die Schwere und Dauer einer Erkrankung sowie das Auftreten von Komorbiditaten bestehen. Das vorgestellte Konzept ermoglicht eine Beschreibung und Analyse der verschiedenen Ebenen, auf denen gesundheitliche Disparitaten auftreten oder verstarkt werden konnen.