Gedenkstattenarbeit in Zeiten des Umbruchs: Welche Auswirkungen hat der geschichtspolitische Wandel im postsozialistischen Europa?Nach 1990 grundeten sich, teils nach blutigen Burgerkriegen, postsozialistische Staaten auf den Gebieten Jugoslawiens, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion. Im Zuge dessen veranderten sich die Gedenkkulturen grundlegend. Insbesondere seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist die Gedenkstattenarbeit verstarkt herausgefordert, sich dazu zu positionieren. Umso wichtiger ist eine fundierte Auseinandersetzung mit erinnerungskulturellen Transformationen in diesen Landern. Das Heft beginnt mit einem Uberblick zu der von Nationalisierung, Geschichtsumdeutung und Opferkonkurrenz gepragten Entwicklung der Erinnerungskulturen im postsozialistischen Raum Europas nach 1990. Es folgen Schwerpunktsetzungen auf das Baltikum und Russland, die Ukraine, Belarus, das ehemalige Jugoslawien und Polen. Auch werden die Herausforderungen fur Gedenkstatten und Museen in Deutschland dargestellt, die sich mit den an Menschen aus dem ostlichen und sudostlichen Europa begangenen NS-Verbrechen befassen. Daraus resultieren Veranderungen im Umgang mit Denkmalern an den historischen Orten, hinsichtlich der Forschungsperspektiven zur deutschen Besatzungspolitik und deren Opfern sowie der Prasentationsformen in Ausstellungen.