Exotismus ist ein Habitus, der sich durch eine aufgeschlossene Einstellung gegenuber dem Fremden auszeichnet. Das Konzept ist im angelsachsischen Postkolonialismus als die Asthetik des Imperialismus in die Kritik geraten. Die frankofone Debatte hingegen stellt im Anschluss an Victor Segalen auch die Frage nach einer exotistischen Lebenskunst, die auf eine postkoloniale Poetik des Diversen vorausweist. Die Beitrage in diesem Sammelband loten die Chan cen und Grenzen der ambivalenten Kon zeption verschiedener Exotismen aus, die ethnozentrischen und rassis tischen Vorstellungen in der Fremd wahrnehmung Vorschub leisten konnen, aber auch kulturellen Kontakt auf Augenhohe zu begunstigen vermogen.