'Wir schreiben immer noch um unser Leben' - Paul Celans Diktum markiert gleichsam den Nullpunkt dieser Studie, die den Nexus zwischen Ethik und Asthetik in den Gedichten von Rene Char, Octavio Paz und Paul Celan verfolgt. Das auf den spaten Foucault zuruckgehende Theorieangebot der Ethopoetik erlaubt es, die ethische Qualitat des Lyrischen abseits moralischer Normativitat zu bestimmen. Ihr Telos findet die Ethopoetik allein in der Immanenz performativer, stetig revidierter Schreibszenen, die bei Char, Celan und Paz eine existentielle Tragweite gewinnen. Am traumatischen Ende der Moderne wird gleichwohl die emphatische Zuspitzung notwendig, die das Gedicht als elementar(st)en Abdruck des Lebens begreift.