Jugendliches Risikoverhalten und die offenbar jugendspezifische Neigung zur Selbstuberschatzung scheinen im offentlichen Bewusstsein untrennbar miteinander verbunden zu sein. Haufig sind Assoziationen mit diesem Thema negativ konnotiert. Kein Wunder: Selbst- und fremdgefahrdende Mutproben Jugendlicher sind in den Medien allgegenwartig und langst dienen Online-Videoportale als exponierte Plattformen, solche Risikohandlungen zur Schau zu stellen: Jugendliche springen von Kanalbrucken, balancieren auf Bruckengelandern, stellen sich - wartend auf den nachsten Zug - auf Bahngleise oder versuchen, Autobahnen zu uberqueren. Ausgehend von einer quantitativ angelegten Feldstudie untersucht der Autor der vorliegenden Arbeit dieses Spannungsfeld und stellt Theorien, aktuelle Forschungsarbeiten und Befunde dar, aus denen Einsichten jenseits der allgemeinen ffentlichen Wahrnehmungsschemata abgeleitet werden knnen. Als paradigmatischer Bezugsrahmen dienen in erster Linie die Schulen der Entwicklungspsychologie und Tiefenpsychologie. Die Besprechung des Forschungsstandes bercksichtigt Studien aus Skandinavien, den USA und Deutschland.