Der ordnungstheoretische Ansatz bietet die wissenschaftlichen Grundlagen fur diese dreiteilige Interpretation der Wirtschaftsgeschichte der Sowjetunion und der SBZ/DDR. Die makrookonomische ordnungstheoretische Analyse basiert auf W. Eucken und der mikrookonomische Ansatz auf E. Gutenberg. Im Gefolge der Oktoberrevolution von 1917 unternahmen Lenin und Stalin in der Sowjetunion auf der Basis der Theorien von Marx und Engels ein gigantisch utopisch-holistisches Experiment. Als Modell diente ihnen die deutsche Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg. Im totalen Krieg (1914 1918, und auch 1939 1945) wurde die Produktionsguterindustrie auf Kosten der Verbrauchsguterindustrie ausgebaut. Unter Lenin wurden zudem die Banken, das Eigentum an Grund und Boden sowie die Unternehmen der Gro industrie konfisziert und damit die Grundlagen fur Stalins ersten Funfjahresplan (1928 1932/33) gelegt. Gesteuert wurde die sozialistische Zentralplanwirtschaft politisch, mittels Direktiven. Die bevorzugte Entwicklung der Schwerindustrie (vor allem der Rustungsindustrie) auf Kosten der Konsumgutererzeugung sollte bis zum Zusammenbruch 1989/91 das Hauptmerkmal aller Funfjahresplane in der Sowjetunion bleiben.