Bachelorarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Franzosische Philologie - Linguistik, Note: 1.3, Universitat Duisburg-Essen (Romanistik), Sprache: Deutsch, Abstract: Im Jahr 1906 wurde die Franzosin Marie Curie als erste Frau an den Lehrstuhl fur Physik der Sorbonne berufen. Dies war gewiss ein Fortschritt bezuglich der Integrierung von Frauen in traditionell mannliche Berufe. Dennoch musste Curie den maskulinen Titel professeur fuhren. Ebenso wurde die franzosische Geheimagentin Dominique Prieur noch im Jahr 1988 mit folgenden Worten beschrieben: [...] le capitaine Prieur, enceinte, rentrait a Paris [...]."e; Diese prominenten Beispiele verdeutlichen die Tatsache, dass die Feminisierung von Titel-, Amts- und Berufsbezeichnungen in Frankreich schon lange eine Problematik darstellt. Das Thema lasst sich dem Bereich der feministischen Linguistik zuordnen, welche davon ausgeht, dass Frauen erhebliche Nachteile haben, wenn sie in der Arbeitswelt oder politischen Amtern mit maskulinen Bezeichnungen versehen werden. Die Feminisierungsdebatte ist aktuell in Frankreich aus zweierlei Hinsicht sehr prasent. Einerseits wurde vor etwa 20 Jahren im Jahr 1999 ein wegbereitendes Regelwerk zur Feminisierung von Titel-, Amts- und Berufsbezeichnungen veroffentlicht. Daruber hinaus publizierte die seit ihrem Bestehen gegen feminine Bezeichnungen gerichtete franzosische Sprachinstitution Academie Francaise im Jahr 2019 einen Erlass, welcher in Zukunft mehr feminine Bezeichnungen im aktuellen Worterbuch der Academie verspricht. Diese beiden Ereignisse bieten den Anlass, die aktuellen Feminisierungstendenzen in Frankreich zu prufen und der Fragestellung nachzugehen, ob sich feminine Titel-, Amts- und Berufsbezeichnungen inzwischen in Frankreich durchgesetzt haben.