Die Krisen der Weimarer Republik fuhrten zu einer Radikalisierung von Bevolkerung und Eliten. Aber warum sahen viele gerade im Nationalsozialismus den Hoffnungstrager fur eine bessere Zukunft? Und warum konnte das Regime diese Zustimmung bis in den Krieg hinein wahren und sogar noch steigern? Thomas Rohkramers zeigt, dass Erklarungen, die vor allem auf den wirtschaftlichen Nutzen des Nationalsozialismus fur weite Teile der Bevolkerung verweisen, zu kurz greifen. Sie lassen offen, warum ein groer Teil der Deutschen den visionaren Versprechungen der neuen Machthaber so begeistert folgte. Verstandlich wird dieser Enthusiasmus nur vor dem Hintergrund einer politischen Kultur, die gepragt war von der Sehnsucht nach einer in einem gemeinschaftlichen Glauben vereinten, machtvollen Nation. Der Verfasser verfolgt die Wurzeln der NS-Ideologie im spaten 19. Jahrhundert, den Aufstieg der Bewegung in der Weimarer Republik und die Realitat des Regimes nach 1933. Die Untersuchung verwendet neben Stimmungsberichten vor allem vielfaltige Ich-Dokumente wie Briefe, Interviews und Erfahrungsberichte, um zu einem besseren Verstandnis der fatalen Attraktion des Nationalsozialismus zu gelangen.