Jonas Osnabrugge geht einer zentralen Frage epigraphisch-althistorischer Forschung nach: Warum wurden antike Monumente mit Inschriften versehen? Er bietet erstmals eine zusammenhangende Analyse der uber 1.500 Inschriften aus dem Gebiet beiderseits des Oberrheins sowie entlang des Neckars und beschaftigt sich intensiv mit den Motiven fur deren Aufstellung, den beteiligten Akteur:innen und den zugrundeliegenden Dynamiken der Epigraphischen Kultur. Im ersten Teil diskutiert Osnabrugge die methodisch-theoretischen Grundlagen der epigraphischen Forschung und definiert die Konzepte 'Epigraphische Kultur' und 'epigraphic habit'. Der zweite Teil enthalt eine detaillierte Analyse der romerzeitlichen Inschriften im Untersuchungsgebiet, gegliedert nach den wichtigsten Inschriftengattungen. Auch die darin erwahnten Personen untersucht der Autor. Der dritte Teil dient der Synthese der Erkenntnisse mit den historischen Entwicklungen. Zudem legt Osnabrugge neue Zugange zur Erklarung der Entwicklung und des Verschwindens eines 'epigraphic habit' dar und eroffnet zugleich neue Perspektiven fur kunftige Forschungen zur Epigraphischen Kultur auch in anderen Regionen.