Der Seerosenteich gibt uns Einblick in das Leben von Mai-ping, einem chinesischen Madchen vom Lande, in ihre ersten schmerzvollen Liebeserfahrungen und ihre anfangliche idealistische Haltung gegenuber dem maoistischen Regime in China. Je reifer und erfahrener Mai-ping wird, wird sie sich der fatalen Einflusse dieses Regimes auf ihre Umwelt und sich selbst bewusst.Auf Grund ihrer Intelligenz und Herkunft aus einer armen Familie vom Lande kann sie ihrenTraum verwirklichen und auf die Universitat gehen, da die maoistische Politik die armen Schichten der Landbevolkerung bevorzugt behandelt. Zu ihrer Uberraschung muss sie jedoch erleben, wie die stadtische Hochnasigkeit und die gegenseitige Bespitzelung unter den Studenten ihr auferlegen, ihre wahren Gedanken vor den Kommilitonen zu verbergen. Unter diesem Vorzeichen steht auch ihre Liebe zu Dan, einem Kommilitonen, der wegen seiner offenen Kritik dem Regime gegenuber in ein Arbeitslager geschickt wird.In ihrem Dorf lernt Mai-ping, dass alle andere mehr Wert hat als Leben und Gefuhle von Madchen und Frauen. Selbstmorde von Frauen und jungen Madchen, sogar ihre beste Freundin ist darunter, erschuttern sie zutiefst. Mai-ping hat die Kulturrevolution als ein Mitglied der Kommunistischen Partei uberlebt, ein Mitglied, das sich allerdings der Notwendigkeit dessen bewusst wird, auerhalb dieses Systems zu leben, um das Innenleben intakt zu halten. Beispielhaft zeigt dieses autobiographische Buch, wie die maoistische Politik die Menschen in Rotchina bis in die kleinsten Einzelheiten ihres Lebens beeinflusst und versucht, sie in den Sumpf hinabzuziehen. Wie die Blutenblatter der Seerose entwickeln sich die einzelnen Geschichten der Seerose, die erhaben uber dem schlammigen Boden im Seerosenteich aufbluht.