Der Band ruckt erstmals die Bedeutung des Horens fur die Entstehung literarischer Texte in den Mittelpunkt. Er stellt sich damit der spannenden Aufgabe, jener Phanomene im Schreibprozess habhaft zu werden, die mit dem Horsinn verbunden sind. Das Verstandnis von Text als Tontrager ist historisch gewachsen - daher gehen mehrere Beitrage den akustischen, auditiven und auralen Phanomenen in historischen Fallstudien (zu Johann Gottfried Herder, Karl Kraus oder Georg Trakl) auf den Grund. Zugleich werden dichterische Klangszenarien und Hortexte"e; bis in die Gegenwart analysiert. Fasst man Literatur als Klanggeschehen auf, ist Schreiben als Wahrnehmungsproduktion zu verstehen: Das wird etwa bei der Sonosphare"e; der Schreibmaschine deutlich und schliet Klangvorstellungen sowie Inneres Horen (beim Lesen) mit ein. Die Nahe zu musikalischen Fragestellungen ist dabei oft gegeben. Die zwolf Studien vereint dabei eine Frage: Wie kommt die Tonspur in die Literatur?