Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Philosophie - Philosophie der Gegenwart, Note: 1,0, Universitat zu Koln (Philosophische Fakultat), Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit geht es darum, die MacIntyre'sche Theorie der moralischen Krise auf die neue digitale Realitat zu ubertragen und sie in den Kontext der Digitalisierung zu setzen. Ausgehend von der Forschungsfrage wird sich primar auf die Aspekte Individualisierung, Praxis und Tradition und auf den Emotivismus konzentriert. Die genannten Punkte werden dahingehend untersucht, ob der Effekt der moralischen Krise durch das Internet zusatzlich verstarkt wird und ob das Internet Bereiche bietet, die der Vorstellung von Tradition und Praxis, nach MacIntyre, entsprechen. Als im Jahr 1981 die Originalausgabe des Buches "e;After Virtue A Study in Moral Theory"e; von Alasdair MacIntyre erschien, steckte die Digitalisierung und das Internet noch in den Kinderschuhen. Heute, vierzig Jahre spater, ist die digitale Revolution im vollen Gange und bringt neue Herausforderungen fur Mensch und Gesellschaft mit sich, die auch das moralische Verhalten der Menschen neu herausfordern. Eine moralische Debatte kann heute nicht mehr unter dem Ausschluss der Digitalisierung gefuhrt werden, dafur nimmt sie einen zu hohen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft ein. Im ersten Kapitel wird zunachst die MacIntyre sche Theorie in ihren Grundzugen zusammengefasst. Anschlie end gilt es in einem Exkurs den digitalisierten Menschen zu skizzieren Das erste und zweite Kapitel bilden die Basis fur die weitere Argumentation. Das dritte Kapitel dient der tieferen Auseinandersetzung. Der Individualismus im Netz wird anhand Sozialer Netzwerke verdeutlicht, wobei die Theorie des Emotivismus in Beziehung zum Postfaktualismus, Fake News und Co. gesetzt wird. Das vierte Kapitel greift die Hypothese MacIntyres zur Gemeinschaft, sowie Tradition und Praxis auf, die bei MacIntyre unmittelbar zusammenhangen und untersucht, ob Onlinespiele das Potenzial besitzen Traditionen und Praxen zu fordern, bzw. ob sie als solche gelten konnen.