Um die Jahrhundertwende betrieben die deutschen Juden einen regelrechten Erinnerungskult. Sie schrieben Autobiographien und Familiengeschichten, legten Stammbaume an und schmuckten ihre Wohnzimmer mit Bildern ihrer Vorfahren. Dabei ging es nicht nur um eine sentimentale "e;Suche nach der verlorenen Zeit"e;. Hintergrund dieses Trends war auch ein Gefuhl der Krise. Was bedeutete judisch sein in einer sakularen Welt? War das modernisierte Judentum dem Untergang geweiht? Wie sollte man dem Antisemitismus begegnen? Das judische Burgertum suchte die Antwort auf die aktuellen Fragen in der Vergangenheit, vor allem in der eigenen Familiengeschichte. Die vorliegende Monographie analysiert, mit welchen Erinnerungsstrategien das judische Burgertum im Kaiserreich und in der Weimarer Republik auf die neuen Identitatsprobleme reagierte. "e;Die Verfasserin hat eine grundsolide Forschungsarbeit vorgelegt, die eine Lucke in der deutsch-judischen Geschichtsschreibung schlie t."e;Das Historisch-Politische Buch"e;Gebhardts auch sprachlich mustergultige Studie ist ein bedeutender Beitrag zur deutsch-judischen Kulturgeschichte, zur Burgertumsforschung und zur Praxis kollektiver Erinnerung."e;Neue Politische Literatur