Abgesehen von griechischen Kolonien an der Schwarzmeerkuste gab es im vorromischen Nordanatolien keine urbanen Siedlungen. Nach Zusammenbruch des pontischen Konigreichs grundete Pompeius 64/63 v. Chr. sieben Stadte, um das eroberte Land in eine romische Provinz umzuwandeln. Die Stadte lagen an Flussufern entlang der nordanatolischen Ost-West Route. Sie wurden nach dem Vorbild der griechischen Poleis organisiert. Die Frage, weshalb Pompeius diese Stadte gegrundet hat, wird kontrovers diskutiert. In der Forschung wird einerseits eine tiefgreifende Urbanisierung angezweifelt, andererseits ein ideologisches Movens fur die Stadtegrundungen des Pompeius vermutet. Historische Quellen, die Einblicke in den Urbanisierungsprozess gewahren, sind rar, und die Archaologie der Region ist weitgehend unbekannt. Pompeiopolis ist die einzige pompeianische Neugrundung, die durch Ausgrabungen archaologisch untersucht wurde. Feldforschungen (2006-016) haben unser Wissen uber diese Stadt enorm erweitert. Der Band, der aus 25 Beitragen besteht, prasentiert die Ergebnisse der Forschungen in Pompeiopolis und kontextualisiert diese im (vor-)romischen Anatolien. Das Buch ist ein nutzliches Nachschlagewerk fur Wissenschaftler und Studierende, die an der Archaologie Kleinasiens interessiert sind.