Der grote Irrtum uber Johannes Gutenberg ist die Annahme, er habe die Druckerpresse erfunden. Wein- und Olivenpressen gab es im Mittelalter bereits in jedem Dorf. Gutenbergs wahre, weltverandernde Genialitat lag in der Metallurgie und in der Erfindung des Handgieinstruments, welches die absolute Standardisierung von Text ermoglichte. Um massenhaft identische Buchstaben herstellen zu konnen, benotigte Gutenberg eine Legierung, die bei niedriger Temperatur schmolz, aber beim Erkalten nicht schrumpfte. Er mischte Blei, Zinn und Antimon in einem exakten Verhaltnis. Zusammen mit seiner prazisen Gussform konnten Drucker nun tausende von makellosen, austauschbaren Lettern gie en, diese zu Wortern zusammensetzen, drucken und danach fur das nachste Buch wiederverwenden. Diese mechanische Austauschbarkeit war das erste Flie band der intellektuellen Geschichte. Dieses historische Buch zerlegt die Mechanik der ersten Informationsrevolution. Sie untersuchen die chemische Rezeptur der Gutenberg-Tinte, die Hebelwirkung der holzernen Spindelpresse und wie der drastische Preisverfall von Buchern den Flachenbrand der Reformation entzundete. Begreifen Sie die Hardware der Aufklarung. Entdecken Sie, wie eine perfekte Mischung aus Blei und Mechanik das Monopol der Kloster brach und das Wissen demokratisierte.