Selbstverstandnisse sind auf Beispiele angewiesen, die Menschen sprachlich und praktisch in ihrer Lebenswelt ausbilden. Von dieser ersten These ausgehend entwickelt Constanze Demuth eine zweite: Die Kritik solcher Selbstverstandnisse muss eine asthetische sein.Wir verstehen uns selbst in Sprach- und Praxisformen, die wir als Sinngestalten in unseren Vollzugen mit entwerfen. Philosophie wird mit Wittgenstein zur Sprachkritik unserer Selbstverstandnisse, die uns nur zur Lebenswelt zuruckfuhrt. Demuth zeigt, wie diese Kritik an philosophische Theorie gebunden bleibt. Austins Konzeption von Selbstverstandnissen als performative Sinn-Verpflichtungen der Lebenswelt wird mit Cavell erganzt: durch ihr asthetisches Korrektiv, das eine Form der Reflexion bildet. Wie die Kunst spiegelt und bricht die Philosophie fehlgeleitete Selbstverstandnisse und Vernunftideale der Lebenswelt.