Dieses Buch eroffnet der arztlichen Berufsgruppe Sichtweisen auf Handlungsroutinen und Rituale, die in ein Korsett erlernter Hilflosigkeit"e; munden konnen. Bestimmte Verhaltensweisen scheinen unumganglich, sind es aber nicht. Wir leiten dieses Buch ein mit dem Paradoxon "e;erlernter Hilflosigkeit"e; im Kontext der arztlichen Berufsgruppe. Das Empfinden, der Situation ausgeliefert sein, steht im Gegensatz zum Selbstbild speziell dieser Berufsgruppe als derjenigen, die die Faden in Handen halt, und kann eine narzisstische Krankung bedeuten. In den Folgekapitel vertiefen wir die wissenschaftliche Forschung zum Konzept der erlernten Hilflosigkeit, von ihren Ursprungen bis zu aktuellen Erkenntnissen. Dann richten wir den Fokus auf Auswirkungen erlernter Hilflosigkeit auf die arztliche Berufsausubung und die Hinwendung zum Patienten. Im nachsten Schritt gilt es, institutionelle als auch interpersonelle Faktoren in den Blick zu nehmen, die diesem Phanomen Vorschub leisten, sowie Strategien, auchdigitaler Natur, zur Bewaltigung des Phanomens zu entwickeln. Im visionaren Ausblick schwenken wir ein auf ein neues gewandeltes Verstandnis von Fuhrung in einer modernen Klinikwelt.