Die Studie setzt sich mit den Perspektiven von Judinnen und Juden auf Antisemitismus in Deutschland auseinander - ein Thema, das trotz seiner Relevanz lange Zeit kaum beachtet wurde. Aufbauend auf einem wissenssoziologischen Zugang wurden problemzentrierte Interviews sowie offentliche Positionierungen von Judinnen und Juden analysiert. Antisemitismus wird als eine stetige Verunsicherung des Alltags erlebt und kann nie ganzlich ausgeschlossen werden. Dabei wird er als eine allseitige Bedrohung gedeutet, die die nicht-judische Gesellschaft oft nur defizitar versteht. Hieran anknupfend fordern sie eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Problem sowie Anerkennung im Alltag ein. Der Autor ist Soziologe und forscht zu Antisemitismus und Verschworungstheorien.