Die an der TU Dresden als Dissertation eingereichte Studie von Benjamin Krohn untersucht das Leben evangelischer Kirchgemeinden in Sachsen w hrend der NS-Zeit Nach einer Darstellung der kirchlichen Rahmenbedingungen zwischen 1918 und 1945 werden als Fallbeispiele neun Kirchgemeinden systematisch analysiert, die eine gro e kirchenpolitische und regionale Bandbreite abbilden: L bau, Hohnstein, Vers hnungskirche Dresden-Striesen, Pesterwitz, Olbernhau, Riesa-Gr ba, Chemnitz-Harthau, Geithain, sowie Falkenstein. Die Arbeit kombiniert qualitative und statistische Methoden, um aufzuzeigen, wie sich das kirchliche Leben vor Ort unter den Bedingungen der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus entwickelte. Als Quellen dienten Gemeindeakten, Ephoralarchive, kirchliche und staatliche berregionale Archive sowie private Nachl sse und berlieferte Berichte. Diese wurden im Hinblick auf die T tigkeit von Pfarrern, Kirchgemeindevertretungen und Gemeindegruppen sowie hinsichtlich der Beteiligung am Gemeindeleben ausgewertet. Die Untersuchung zeigt ein breites Spektrum an Entwicklungen, vom Aufschwung in vielen Kirchgemeinden im Jahr 1933 und der begeisterten Zustimmung zum Nationalsozialismus bis hin zum zeitweiligen Zusammenbruch des Gemeindelebens an einzelnen Orten, wo die kirchenpolitischen Konflikte die kirchliche Arbeit zum Erliegen brachten.