Die Zukunft des deutschen Modells der sozialen Sicherung war Thema einer Tagung, deren Beitrage in dieser Veroffentlichung vorgestellt werden. Sie zeigen Reformperspektiven auf und wurden kontrovers diskutiert: Generell sei, so lautete eine These, im System der sozialen Sicherung das Aquivalenzprinzip gegenuber dem Umverteilungsziel zu starken, wobei die gesetzliche Pflichtversicherung vor allem das allgemein akzeptierte Mindestversorgungsniveau abzudecken hatte. Im Hinblick auf die Arbeitslosenversicherung wurde die These vertreten, dass die drastische Verscharfung der Zumutbarkeitsbedingungen und die Verringerung der Lohnersatzquote fur kurzfristig Arbeitslose die effiziente Arbeitssuche verhindere, aber auch mit dem Einkommensversicherungscharakter der Arbeitslosenunterstutzung unvereinbar sei. Die langfristige Gewahrung einer Unterstutzung aber leiste der Langzeitarbeitslosigkeit Vorschub und ware einzuschranken, sei es zugunsten einer Lohnkostensubventionierung, sei es zu Lasten der allgemeinen Sozialhilfe. In der Rentenversicherung sei - so wurde ausgefuhrt - der Ubergang zu einem Kapitalstockverfahren geboten, da vergleichbare Rentenanspruche mit nur 40 bis 50 vH der Beitrage erzielt werden konnten, die im gegenwartigen Umlageverfahren zu erbringen waren. In jedem Fall sei eine immer starker ausgebaute Eigenvorsorge unverzichtbar. In einer Gegenthese wurde darauf verwiesen, dass die eigentlichen Probleme der Alterssicherung in der bestehenden Arbeitsmarktlage, den veranderten Formen der Erwerbstatigkeit und den demographischen Veranderungen lagen, auf die jedes System eine angemessene Antwort finden musse. Hinsichtlich des Gesundheitssystems wurde mit Blick auf die USA die Position vertreten, dass die privatwirtschaftliche Organisation nicht ohne weiteres hohere Effizienz bzw. grossere Kostenersparnis gewahrleiste. Auch wurde angemerkt, dass es keinen statistischen Zusammenhang zwischen Gesundheitsausgaben und der Lebenserwartung als dem Indikator fur