1 Petrus 3,18-22 berichtet von der Predigt Jesu zu den "Geistern im Gefängnis". Diese Passage wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund des Sündenfalls der Engel, wie er zuerst im Buch der Wächter widergegeben wird, gelesen, das heißt, diese "Geister" werden als gefangene Engel interpretiert. Die Forschung hat bisher allerdings nicht beachtet, wie vielfältig und miteinander verwoben die Schuld-und-Sühne-Mythen über die gefallenen Engel in der frühjüdischen und christlichen Literatur sind. Chad Pierce zeigt die größeren Entwicklungslinien der Traditionen über gefallene Engel, Riesen, böse Geister, menschliche Sünde und Strafe im 1. Henochbuch und anderen Werken auf und versucht so, die Identität der Geister im Gefängnis herauszuarbeiten. Er untersucht auch, welche entsprechende Botschaft die Predigt Jesu enthalten haben könnte und welche Bedeutung die Passage für die ersten Leser des Petrusbriefes hatte. Abschließend geht er auf die Rolle der Taufe bei der Abwehr böser Geister ein.