Wissenschaftliche Diskussionen über den frühen jüdischen Monotheismus haben sich meistens auf seinen Ursprung in der früheren israelitischen Religion konzentriert, während seine Entwicklung in der späten prophetischen und frühen apokalyptischen Literatur seltener untersucht wurde. Doch das Konzept des Monotheismus spiegelt sich in dieser Literatur auf weitaus vielfältigere Weise wider als bisher bemerkt. Sie reflektiert eine lebhafte Debatte über die Auswirkungen des Glaubens an einen Gott, welche sich über ein breites Spektrum von religiösen und sozial-politischen Erfahrungen erstreckt. Die Autoren dieses Bands untersuchen diese Vielfalt, indem sie bestimmte Texte und Themen aus der persischen und hellenistischen Zeit untersuchen. Sie behandeln verschiedene Themengebiete, von der Beziehung zwischen Monotheismus und göttlicher Gewalttätigkeit zu Dualismus, vom Völkerrecht zur Idolatrie. Sie zeigen, dass nicht nur JHWHs Vorherrschaft unterschiedlich verstanden wurde, sondern dass für ihr Verständnis eine Vielfalt methodischer Ansätze notwendig ist.