Erst seit Kurzem sind Stephane Mallarmes Gedichte zu Anlassen und Gelegenheiten aller Art erstmals vollstandig ins Deutsche ubersetzt. Sie bieten mit ihren anspielungsreichen, scherzhaft-galanten Komplimenten ein staunenswertes Spektrum sprachlicher Bilder und beziehungsreicher Klange. Auf besondere Schrifttrager wie Papierfacher oder Kieselsteine aufgetragen, sind sie Teil je einzigartiger poetischer Artefakte, die jedoch seriell verfasst und weitraumig verteilt wurden. Die eingehende Untersuchung ausgewahlter Verse und Schriftgebilde reflektiert entsprechend stets auch deren besondere Gestaltung und dinglich-korperliche Materialitat. Indem die Autorin die Umstande der Entstehung in den Blick nimmt, eroffnet sie zugleich einen neuartigen Einblick in die geselligen Praktiken der Pariser Kunstszene des spaten 19. Jahrhunderts.