Die katastrophalen Ereignisse zu Beginn des sechsten Jahrhunderts v. Chr. führten zu einer theologischen Krise innerhalb der Elite Judas. Das verhängnisvolle Ende des einzigen verbleibenden hebräischen Königreichs wurde durch eine Theologie erklärt, die davon sprach, dass Gott sein Volk verlassen hat, einem Motiv, welches im Nahen Osten der Antike weithin verständlich war. Viele Jahre später würden jüdische Vertriebene zurückkehren, um Jerusalem wieder aufzubauen und sich dort niederzulassen. Während ihrer Zeit in Babylonien und während der persischen Ära definierte diese Gruppe das traditionelle Verständnis der göttlichen Präsenz neu und entwickelte diverse neue Ansätze, die sowohl YHWH's Treue zu Jerusalem erklärte als auch die kataklystischen Ereignisse, die ihnen widerfahren waren. Die Autoren dieser Aufsatzsammlung untersuchen, wie sich die Vorstellung von göttlicher Präsenz und Abwesenheit verändert hat und welche konzeptionellen Muster für deren Beschreibung verwendet wurden. Dieser Band ist die erste Veröffentlichung der Sofja-Kovalevskaja Forschungsgruppe unter der Führung von Nathan MacDonald. Mit Beiträgen von: Claus Ambos, Bob Becking, Angelika Berlejung, Joel Burnett, Stephen Cook, Michael Emmendörffer, Lisbeth S. Fried, Trevor Hart, Nathan MacDonald, Jill Middlemas, William Tooman, Johannes Zachhuber