Die Dienstieistungsproduktion bildet seit vie len lahren ein Forschungsgebiet in der Be triebswirtschaftslehre. Die vorliegenden produktionstheoretischen Arbeiten weisen da bei jedoch in der Regel einen Branchenbezug auf, wie etwa Versicherungen, Ban kenlKreditinstitute, Handel etc., oder fokussieren auf einzelne Funktionsbereiche in der Unternehmung wie die Logistik oder die Instandhaltung. Bisher mangelt es jedoch an einer allgemeinen produktionstheoretischen Durchdringung und Modellierung. Diese Aufgabe stellt sich Dr. G6ssinger, wenn er als Zielsetzung seiner wissenschaftlichen Arbeit den Entwurf eines integrativen produktionstheoretischen Grundmodells fur die Dienstieistungsproduktion formuliert, urn dann darauf aufbauend Ansatzpunkte fUr eine theoriegeleitete Gestaltung von Dienstieistungen herauszuarbeiten. Ausgangspunkt seiner UberJegungen bilden dabei produktionstheoretische Erweiterun gen, die im Rahmen der Integration von Umweltschutzaspekten konzipiert wurden. Da bei handelt es sich einerseits urn die Erfassung von Input- und Outputeigenschaften auf der Grundlage von Zustandsvektoren und anderseits urn die Aufnahme von mehrdimen sionalen und multipersonalen Praferenzkonstrukten. Dr. G6ssinger zeigt auf, daB diese Erweiterungen nicht ausreichen, urn auch die Dienstieistungen in adaquater Form zu er fassen. Dies Iiegt insbesondere darin begriindet, daB bedingt durch die Integrativitat der Dienstieistungsproduktion interagierende Entscheidungsprozesse auftreten, an denen Dienstieistungsnachfrager und -anbieter beteiligt sind. Hieraus leitet sich unmittelbar die Notwendigkeit ab, Entscheidungsprozesse zumindest teilweise mit ihren wesentii chen Aspekten als InformationsprozeB in das produktionstheoretische Modell in explizi ter Weise aufzunehmen."