Das erste nach Kriegsende 1946 gewShlte Parlament des Landes Sachsen-Anhalt erscheint im Ruckblick als ein kurzlebiges Vorspiel des anschlieBenden SED-Staates, als ein demok- tisches Experiment im Schatten der Diktatur," das von Beginn an zum Scheitem verurteilt war. Jedoch ist dies die Perspektive der Nachgeborenen. Aus der Sicht der Zeitgenossen, - mal der politisch denkenden und handelnden Akteure, war die realsozialistische Transforma tion der in der Sowjetischen Besatzungszone gegebenen politischen Ordnung allenfalls flir einen Teil des ostdeutschen Parteiensystems, nSmlich den Uberzeugt kommunistischen FlUgel der SED, ein als unabSnderlich betrachtetes Endziel. Die in LDP und CDU organisierten li- ralen und konservativen Kr DEGREESfte hingegen, die aus den ersten und einzigen Landtagswahlen mit einer knappen Mehrheit hervorgingen, dachten damals keineswegs in den Dimensionen eines politischen Pfadmodells, das von vornherein und unausweichlich in den spater tatsSchlich etablierten, von der sowjetischen Schutzmacht protegierten Einparteienstaat einmlinden wi- de. Den seinerzeit gewShlten Abgeordneten von LDP und CDU schien die Entwicklung des kiinftigen Weges noch geraume Zeit grundsatzlich offen. Freilich sind, mit fortschreitender Dauer der Wahlperiode, die Hoffnungen, man k5nne das regionale Parlament als eine de- kratiebildende Bastion erhalten und verteidigen, der Resignation und teilweise auch der - passung gewichen. In der nachstehenden Arbeit hat Christina Trittel den ProzeB der anfanglich relativen - mokratischen Offnung und sodann allmShlichen, mit Willkurakten begleiteten autorit- staatlichen SchlieBung des regionalen Parlamentarismus in der Phase unmittelbar vor Gri- dung der DDR am Beispiel des sachsen-anhaltischen Landtags minutios rekonstruiert