Um die Selbstbestimmungsrechte und Autonomie der Patienten uneingeschrankt zu wahren sowie um auf Manahmen, die sich gegen den freien Willen der Betroffenen richten, weitestgehend zu verzichten, begeben sich fortschrittliche psychiatrische Kliniken zunehmend auf den Weg, die Psychiatrie zu verandern und zu reformieren. Das Konzept der "offenen Turen" in der Akutpsychiatrie ist ein Thema, das aufgrund der ethischen Brisanz eine dringende Forderung verschiedener Reformansatze und Professionen ist. Der Paradigmenwechsel zu einer partnerschaftlichen und patientenorientierten Psychiatrie hat in den letzten Jahren zu einem Umdenken insbesondere in der akutpsychiatrischen Praxis gefuhrt. Das Ziel des Wegs ist eine offene Psychiatrie, ohne institutionelle Gewalt und ohne institutionelle Diskriminierung, eine Psychiatrie, die weitestgehend auf Zwang in der Versorgung psychiatrischer Patienten verzichtet. Bisweilen arbeiten zahlreiche Kliniken mit diesen Konzept, dennoch gilt es mancherorts noch als unrealistische Vision, die Eingangsturen auf geschlossenen Stationen in psychiatrischen Einrichtungen zu offnen. Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Offnung von psychiatrischen Abteilung im Krankenhaus und einhergehende Konzepte auf institutioneller und organisatorischer Ebene in der akutpsychiatrischen Regelversorgung darzustellen und zu vergleichen. Auerdem soll in diesen Zusammenhang untersucht werden, inwieweit diese Ansatze dazu beitragen konnen, Zwangsmanahmen und -behandlungen von Patienten zu reduzieren.