Der Mythos vom grenzfreien Afrika wird immer wieder als Zukunftsmodell beschworen. Afrika ist aber bis in pr historische Zeiten zur ck auch der Kontinent der Verdr ngung, Vertreibung und Flucht gewesen. Die Kolonialisierung im 19. Jhd. durch die Staaten Europas erzeugte nicht nur 5 Mio. Nord-S d-Migranten und bedeutende Bev lkerungszwangsbewegungen, mit den kolonialen Grenzziehungen setzte auch die Verstaatlichung Afrikas ein. Die Herausbildung von Nationalstaaten ist ein bis heute nicht abgeschlossener, konflikttr chtiger Prozess. Heterogenen Gesellschaften stehen nur selten pluralistische politische Systeme gegen ber. Die Vision der Afrikanischen Union (AU) ist die eines integrierten Kontinents, auf dem das Recht auf Freiz gigkeit f r afrikanische B rger gilt. Vorerst ist Migration jedoch eher ein Problem, dessen L sung davon abh ngt, ob stabile, demokratische Staaten ihrer Ordnungsfunktion gerecht werden. Nationale Identit ten sollen gest rkt, gleichzeitig aber zugunsten einer panafrikanischen Identit t berwunden werden.Diese Arbeit besch ftigt sich mit der Frage, ob die AU bezogen auf Migration Kooperation zwischen den Staaten Afrikas vermittelt. Bevor die migrationspolitischen T tigkeiten der AU analysiert werden k nnen, ist zu kl ren, welche Handlungsspielr ume die internationale Politik (IP) allgemein im Politikfeld Migration hat und welche Rolle die AU in den afrikanischen Politikentwicklungsprozessen spielt. Zun chst aber werden die wichtigsten Begriffe eingef hrt und ein knapper berblick ber Migration in Afrika gegeben.