Was ziehe ich an? Das losst sich unterschiedlich beantworten. So kann die Antwort lauten: Ich ziehe an, was mir gefallt; ich ziehe an, was gerade Trend ist oder ich ziehe an, was die Arbeit verlangt. Die erste Aussage pramiert die individual-psychologische Seite von Kleidung. Kleidung wird hier vor allem als Ausdruck von Individualitat verstanden. In diesem Sinne macht der Mensch die Kleidung. Die zweite Aussage fokussiert auf kulturelle Aspekte von Kleidung. Kleidung wird hier insbesondere als Ausdruck kultureller Phanomene betrachtet. Vor diesem Hintergrund macht die Kultur die Kleidung. So verstanden vollzieht Kleidung als kulturelle Leistung den ubergang vom konkreten zum abstrakten Korper. Wenn Karl Lagerfeld schreibt: Wer eine Jogginghose tragt, hat die Kontrolle uber sein Leben verloren, dann beklagt er die Niederlage der Kultur, die etwas anderes zu sein scheint als eine Jogginghose. Die dritte Aussage schliesslich offnet den Blick auf die soziologische Frage, auf welche Herausforderung, auf welche Notwendigkeit Kleidung die Antwort ist. Folglich ist es in diesem Zusammenhang der Beruf, der die Kleidung macht.