Mit der Exzellenzinitiative richtete die deutsche Wissenschaftspolitik das Hochschulsystem neu aus. Das Ziel: international konkurrenzfahige Spitzenuniversitaten durch einen verscharften Wettbewerb. So einschneidend diese Zasur auch war, hat das Exzellenzprogramm doch eine langere Vorgeschichte. Denn bereits seit dem Abbruch des Hochschulausbaus in den 1970er Jahren entwickelten sich - teils politisch forciert, teils infolge schwindender finanzieller Spielraume des Staates - neue Formen des Wettbewerbs zwischen Universitaten um Geld, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und Prestige, die zunehmend internationale Dimensionen gewannen. Alexander Mayer untersucht die Entstehung interuniversitarer Konkurrenzverhaltnisse seit den fruhen 1980er Jahren anhand von sechs Fallbeispielen: der FU Berlin, der Universitat Bielefeld, der TU Munchen, der FSU Jena, der Universitat zu Koln und der Carl von Ossietzy Universitat Oldenburg. Auf dieser Grundlage kann Mayer die Folgen des Wettbewerbs zeigen sowohl fur die Machtverhaltnisse an den Universitaten als auch fur Forschung und Lehre.