Einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Entwick-lung der kunstlerischen Anatomie im Spannungsfeld zwi-schen Kunst- und Naturwissenschaft und gibt Aufschluss uber das Korperbild und die kunstlerische Ausbildung an der Akademie von 1800 bis in die 2. Halfte des 20. Jahr-hunderts. Sie geht exemplarisch von der historischen Anatomiesamm-lung der Hochschule fur Bildende Kunste in Dresden aus, die mit 335 Objekten die vermutlich grosste und komplettes-te Sammlung ihrer Art ist. Sie umfasst Modelle aus Gips, Wachs und Kunststoff, die den Muskelaufbau des Korpers demonstrieren und dem Studium des anatomischen Zeich-nens von Mensch und Tier dienten. Erhalten sind Muskel-manner, Abgusse mit naturgetreuer Bemalung der Bander, Knochen und Muskeln, Naturabgusse gehauteter Tiere, Skelette, Anschauungsmodelle der inneren Organe und ausserst selten gewordene Banderskelette in antiken Posen aus dem 19. Jahrhundert. Damit liegt die erste Monographie zu diesem Thema vor; sie zeigt, dass und vor allem wie eine Anatomiesammlung Surrogat und Abbild der Natur ist und zugleich im kunstleri-schen Zugriff auf die Natur die Lehrkonzeption einer Zeit spiegelt.