Unumstosslich scheinende Gewissheiten geraten aktuell ins Wanken. Angesichts zunehmender Autoritatsglaubigkeit, des Aufstiegs neuer autokratischer Herrschaftsformen und demokratieverachtender Tendenzen stellt sich die Frage, was es uber das klassische Fundament einer freiheitlichen, demokratischen Verfassung hinaus brauchte, um ein Leben in Freiheit und Sicherheit fur alle zu gewahrleisten. Denn es reicht nicht aus, die institutionellen Strukturen lediglich aufrechtzuerhalten. Deshalb lohnt es sich, noch einmal Max Imboden (1915-1969) zu lesen. Der Staatsrechtler rang zeitlebens um die Verfasstheit der Demokratie, einer Staatsform, die es aktiv zu gestalten galt. Rechte sollten wieder wirksamer werden, Freiheit besser geschutzt sein. Der Jurist wurde so zum Mahner: Politische Strukturen sind nie eine Selbstverstandlichkeit und es lohnt sich, fur sie zu kampfen. Darauf hat Max Imboden mit seinem Werk in aller Deutlichkeit hingewiesen.