Seit der Entstehung der #MeToo-Bewegung im Jahr 2017 ist das Phanomen der sexuellen Belastigung und Gewalt erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit geruckt. Weitgehend verschwunden aus dem offentlichen Gedachtnis ist dagegen der jahrzehntelange Aktivismus der Neuen Frauenbewegung, die seit den 1970er Jahren mannliche Gewalt gegen Frauen skandalisierte. Gegen massive Widerstande prangerten diese Aktivistinnen Vergewaltigungsmythen an, grundeten Beratungsstellen und setzten sich unermudlich fur eine Reform des Sexualstrafrechts ein. Doch erst 1997, spater als in anderen europaischen Landern, wurde der Vergewaltigungsparagraf in der Bundesrepublik schlielich reformiert. Dieses Buch rekonstruiert die jahrzehntelangen Kampfe von Feministinnen und zeigt auf, wie sich durch sie der Blick von Offentlichkeit, Wissenschaft und Recht auf das Problem der sexuellen Gewalt fundamental veranderte. Dabei geht es auch der Bedeutung sozialer Bewegungen und ihres Verhaltnisses zum Staat nach und wirft ein neues Licht auf die Rolle von Frauen als politische Akteurinnen in der Geschichte der Bundesrepublik.