Mit der Figur der Paradoxalitat des Medialen ist dieser Band dem Denken Dieter Merschs gewidmet. Der Entzug des Medialen kann als grundlegendes Motiv einer negativen Medientheorie genannt werden: Medien vermitteln Wahrnehmen, Denken und Handeln in ihrer Kulturalitat, bleiben in ihrer Funktion jedoch selbst unkenntlich. Ohne Medium sieht man nichts, wie umgekehrt das Medium selbst unsichtbar bleibt. Was im kunstlerischen Prozess zur Geltung kommt, sich in und mit Kunst zeigt, sich in Widerspruchen ereignet und in Formaten medialer Paradoxa realisiert, bildet mit seiner Prasenz und in seiner Materialitat die Voraussetzung der Semiose und ermoglicht asthetische Erfahrung. Sinn geschieht im Zwischenraum des Antwortens, entfaltet sich in einer Performativitat zwischen Einsetzung , Aussetzung und Entsetzung , im Ausgang vom Anderen her.