Die Musen gelten als antike Moglichkeitsbedingung des Erzahlens. Dass sie in den Romanen Balzacs, Henry James' und Fontanes ein Nachleben fuhren, zeigt ihre poetologische Bedeutung fur die Moderne. Annalisa Fischer untersucht Romane, die dem modernen Erzahlparadigma realistischer Mimesis verpflichtet sind und doch eine Musenfigur ins Zentrum der Diegese stellen. Die Studie legt die Transformationsprozesse, die die antiken Gottinnen der Kunste auf dem langen Weg in die Moderne durchlaufen, offen und arbeitet die poetologische Bedeutung der Musenfiguren sowohl fur den jeweiligen Roman als auch fur das realistische Erzahlprogramm im 19. Jahrhundert heraus. Die Arbeit zeigt, wie die Muse ihr poietisches Potential in den modernen Text eintragt und sich so als Kristallisationspunkt der Romanpoetik erweist.