Unter dem Begriff der Konversionen erkundet dieser kulturwissenschaftliche Band Formen einer Umkehrung, die einsetzt, wenn die Erfahrung des Beobachtetwerdens als zentraler Bestandteil von Fremderfahrungen anerkannt wird. In den versammelten Texten wird ausgefuhrt, wie diese aus der ethnologischen Feldforschung gewonnene Erinnerung als Vorbild fur andere disziplinare Perspektiven dienen kann. Die Ethnologie liefert dabei den viel zu lange vernachlassigten Hinweis auf die Wichtigkeit des Blicks des anderen in der Fremderfahrung; die philosophische Perspektive auf interkulturelle Dialoge liefert den Hinweis auf die Wichtigkeit des Sprechens des anderen. Aus diesen Hinweisen ergeben sich Anspruche an ethnographische und literarische Texte und an andere wissenschaftliche Disziplinen sowie an eine angemessene Lekturepraxis. Die Texte des vorliegenden Bandes versuchen, diese Anspruche exemplarisch einzulosen. Sie zeigen in einer neuartigen interdisziplinaren Zusammenstellung sowohl einzelne Falle der Umkehrung von Blickrichtungen als auch das Prinzip der Kritik und Erweiterung einer eurozentristischen Philosophie durch die Einfuhrung einer ethnologischen und interkulturellen Perspektive.