Der Verfasser Konrad von Mure (1210-1281), Kanoniker und Lehrer am Zuricher Gromunster, gehort zu jenen wichtigen, jedoch unverdienterweise lange Zeit wenig untersuchten lateinischen Schriftstellern am Ubergang zum Spatmittelalter, deren wissenschaftliches uvre erst in den letzten Dezennien wieder Aufmerksamkeit und zunehmende Anerkennung gefunden hat. Sein umfangreiches Lehrgedicht Novus Grecismus besteht aus einem ersten groeren Haupteil grammatischlexikographischen Charakters, in dem Formenlehre, lateinischer und im betrachtlichen Ausma auch griechischer Wortschatz, dann Prosodie, Figuren- und Tropenlehre nacheinander ausgefuhrt werden. Der zweite, kleinere Hauptteil vermittelt Realienkunde natur- und humanwissenschaftlicher Art vieler Gebiete. Dieses sehr reiche Wissensgut kompilierte Konrad hauptsachlich aus antiken Autoren und aus den Standardwerken des Fruh- und Hochmittelalters, die er auf eine vielfach innovative Art zu kombinieren vermochte.